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Die
logische Konsequenz daraus lautet: Wiederherstellen
der Gewebefestigkeit beseitigt die Beschwerden und führt
zur Normalisierung der Blasen- und Darmfunktion.
Die
oben genannten Beschwerden führen zu einer
erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Der
Alltag wird zum Problem. Die Betroffenen ändern ihr Leben.
Sie ziehen sich sozial zurück, trinken wenig, was Krankheiten
durch „Austrocknen“ zur Folge hat, wie z.B. Nierensteine,
Harnwegsentzündungen, Minderdurchblutung des Gehirns mit Nachlassen
der Hirnleistung, Schlaganfall und Depression. Obwohl dieses Problem
weit verbreitet ist, wird es nach wie vor als Tabu-Thema nahezu
geheim gehalten.
Auch die Sexualität leidet.
Schamgefühl,
der Verlust von Intimität und die Angst, der Partner könnte
die bestehenden Blasen/Darm-Probleme bemerken, werden für
die Betroffenen ohne ärztliche Hilfe zu einem fast unüberwindlichen
Hindernis. Aus einer internationalen Befragung von Betroffenen
weiß man zum Beispiel, dass 34 % der Befragten in Italien,
45 % in England und 60 % in Spanien aufgrund einer Blasenfunktionsstörung
nicht mehr in einer sexuellen Partnerschaft leben.
Die Betroffenen
erfahren wenig Hilfe.
Das liegt in erster Linie daran, dass den meisten Patientinnen
bisher nicht geholfen werden konnte. Es standen kaum Behandlungsmöglichkeiten
zur Verfügung, die dauerhaft den gewünschten Erfolg brachten.
Die seit einigen Jahren angewendete TVT-Methode - das operative
Einbringen eines Kunststoffbandes unter die Harnröhre - ist
nur bei ca. 20% der Frauen die richtige Operation.
Im Gegensatz dazu berücksichtigt unser Petros/Goeschen-Verfahren
Schäden im gesamten Beckenboden-Bereich, vorne, in der Mitte
und hinten. Durch präzise Diagnostik und eine sehr umfassende
Untersuchung werden die Strukturen, die geschädigt sind, präzise
ermittelt. Die dann folgende Operation setzt genau an diesen Schwachstellen
an. Geschädigte Bänder werden gestrafft, wenn nötig
durch künstliche Bänder verstärkt, überschüssige
Haut wird in Schichten übereinander gelegt und nicht weggeschnitten,
Vernarbungen durch Voroperationen gelöst. Damit wird die ursprüngliche
Elastizität und Funktion des Beckenbodens wieder hergestellt.
Um diese Operationen durchführen zu können, mussten spezielle
Instrumente entwickelt werden, mit denen wir an alle Stellen des
Beckenbodens gelangen.
Die Operation erfolgt vaginal, fast unblutig mit sehr kleinen
Schnitten. Diese Eingriffe sind schmerzarm, da sich in diesem
Bereich des Beckenbodens keine Schmerzrezeptoren befinden. Die
Patientinnen können kurz nach der OP wieder aufstehen und
nach wenigen Tagen die Klinik verlassen.
Die Operationsmethoden wurden so entwickelt, dass die Patientinnen
schnellstmöglich wieder in ihr gewohntes Alltagsleben zurückkehren
können. Normalerweise kann die Patientin nach ihrer Entlassung
aus dem Krankenhaus sofort wieder Autofahren, kochen, einkaufen,
Kinder hüten und nach wenigen Wochen wieder arbeiten.
Ziel unserer Operationen ist es, Frauen die unter
Blasen- und Senkungsproblemen leiden, ein beschwerdefreies Leben
zu ermöglichen.
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Die Beckenbodenmuskulatur und –bänder
Der Beckenboden der Frau besteht aus zahlreichen Muskel- und Bindegewebsschichten,
Bändern, Gefäßen und Nerven. Dieser komplizierte
Aufbau des Beckenbodens ist notwendig, damit er wichtige Aufgaben
erfüllen kann:
Öffnung und Verschluss von Blase und Darm
Geburt
Sexualität
Schutz für die Bauchorgane
Selbst viele Ärzte haben bis heute nur ein
unzureichendes Verständnis vom Beckenboden. Das liegt zum
einen an dem nicht überschaubaren Zusammenwirken der zahlreichen
Strukturen, vor allem aber an der fehlenden Kenntnis dessen, was
sich abspielt. 
Abb. 1
Becken der Frau mit Blase,
Gebärmutter, Darm, Halte- und Stützbändern und
Muskeln
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Wie funktioniert der Beckenboden?
Der Beckenboden arbeitet wie ein Trampolin, das aus einer
Membran (Scheidenwände) und Federn (Bändern) besteht. Die Federn
sind vorne, in der Mitte und hinten am Beckenknochen befestigt. Auf der Trampolinmembran
ruht die Harnblase, die einem elastischen Gummiballon gleicht. Füllt sich
die Harnblase mit Flüssigkeit, dann werden die Trampolinmembran und Federn
zunehmend nach unten gedrückt.
Der Bereich der Blase, der von der Trampolinmembran getragen wird (Blasenboden),
enthält Nervenendigungen, die durch Dehnung bei zunehmender Füllung
gereizt werden. Die Signale werden dem Gehirn übermittelt, das auf diese
Weise über die Füllung der Blase informiert wird. Ab einem bestimmten
Füllungszustand gibt das Gehirn den Befehl zum Blaseentleeren. Ist es
für die Patientin in dem Moment nicht möglich, ihre Blase zu entleeren,
zieht die Beckenbodenmuskulatur das Trampolin mit Hilfe der Sprungfedern
stramm. Der Blasenboden wird angehoben. Die Dehnung und damit die Reizung
der Nervenendigungen nehmen ab und die Patientin hat nicht mehr den Drang,
Wasserlassen zu müssen.
Dieser intelligente Mechanismus funktioniert nur dann, wenn alle Strukturen
des Trampolins heil sind. Bei Überdehnung der Bänder oder der Membran,
z.B. durch eine Geburt, oder bei zunehmendem Erschlaffen im Alter kann das
Trampolin von den Beckenbodenmuskeln nicht mehr gespannt und damit der Blasenboden
nicht mehr ausreichend angehoben werden. Membran oder Bänder hängen
durch. Die Patientin verspürt schon bei geringer Blasenfüllung
Harndrang gegen den sie nicht angehen kann.
Abb.
2
Normaler Beckenboden, der wie ein Trampolin arbeitet. Er besteht aus einer
Membran (rote Matte), Sprungfedern vorne, Mitte und hinten (rote Bänder),
die an einem Rahmen (Beckenknochen, schwarz) befestigt sind. Auf dem Beckenboden
liegt die Blase (gelb). Am Blasenboden befinden sich Nerven (blaue Punkte),
die bei Füllung der Blase (hellblau) gereizt werden.
Abb. 3
Wenn die Bänder oder die Membran überdehnt sind, ist das Trampolin
nicht mehr funktionsfähig. Die Nerven am Blasenboden werden bereits
bei geringer Füllung gereizt und signalisieren „ständigen
Harndrang“.
Abhängig davon, an welcher Stelle das Trampolin am stärksten geschädigt
ist, treten weitere Beschwerden auf:
Wenn das Gewebe vorne lose ist, kann die Harnröhre beim Husten, Niesen,
Pressen, Laufen, Sport nicht mehr ausreichend verschlossen werden. Unkontrollierter
Urinabgang (Einnässen) ist die Folge. Da die vorderen Bänder auch
für den Darmverschluss von Bedeutung sind, können Schäden
in diesem Bereich auch zu unkontrolliertem Abgang von Darminhalt führen.
Erschlafftes Gewebe in Beckenmitte geht oft mit häufigem Wasserlassen,
ständigem Harndrang und Urinverlust vor Erreichen der Toilette einher.
Defektes Gewebe im hinteren Bereich ist eher mit Blasenentleerungsstörungen,
nächtlichem Harndrang, Rücken- oder Unterleibsschmerzen sowie
einer Senkung der Gebärmutter oder Scheide vergesellschaftet.
Das folgende Diagramm zeigt die Zusammenhänge zwischen den Beschwerden
und dem Ort der Schädigung (vorne, in der Mitte, hinten)

Wenn man sich den komplizierten Aufbau der
Beckenbodenarchitektur und des Zusammenspiels vor Augen hält,
wird verständlich, dass ein Schaden an einer Stelle
vielschichtige Probleme hervorrufen kann. Nur über eine genaue,
auf die einzelne Patientin zugeschnittene Diagnostik wird man den
verursachenden Defekt finden und gezielt behandeln können.
Herkömmliche, auf dem alten Verständnis aufbauende Untersuchungsverfahren
sind dafür nicht ausreichend geeignet.
Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mich von den neuartigen Behandlungsmöglichkeiten
von Prof. Petros überzeugt habe, konnten auch wir den Patientinnen wenig
Hoffnung auf einen langfristigen Erfolg machen. In intensiver Zusammenarbeit
mit ihm habe ich die Methode weiter verfeinert und kann jetzt ein völlig
neues, umfassendes Konzept zur Behandlung von Störungen im Blasen- und Beckenbodenbereich
anbieten. Die Heilungsrate liegt je nach Art und Ausmaß der Schädigung
bei 80 bis fast 100 Prozent.
Organisch bedingte Sexualprobleme
Sexualität ist für viele Menschen kein Thema, wenn
sie funktioniert. Ist sie aber gestört, kann sie zu einem
großen Problem werden. Ein solches Problem tritt häufig
bei Senkungszuständen der Gebärmutter oder Scheide,
nach Geburten, nach Unterleibsoperationen oder mit dem Älterwerden
auf. Sexualität ist für viele Frauen ein Thema, über
das sie weder mit ihrem Partner noch mit ihrer Frauenärztin
oder mit ihrem Frauenarzt sprechen.
Viele Frauen sind daher erleichtert, wenn sie hören, dass
sexuelle Probleme auch bei anderen vorkommen, und wenn sie von
ihrem Frauenarzt erfahren, dass verschiedene organisch bedingte
sexuelle Probleme unabhängig vom Alter lösbar sind.
Mit zunehmender Lebenserwartung spielt die Sexualität auch
in fortgeschrittenen Lebensphasen eine immer wichtigere Rolle.
Diese Entwicklung wird sich weiter ausbreiten, weil zunehmend über
Sexualität im Alter als ein natürliches Bedürfnis
gesprochen wird (siehe z.B. den Film „Wolke 9“) und
die Wissenschaft Möglichkeiten entwickelt hat, altersbedingte
Potenzstörungen des Mannes durch Medikamente zu beheben
(z.B. Viagra = sog. Blaue Pille).
Auch bei der Sexualität funktioniert der Beckenboden als
Trampolin nur dann, wenn alle Strukturen intakt sind. Dabei
spielt es für den Beckenbodenbereich keine Rolle, ob es
sich um eine Senkung der Scheide oder Gebärmutter durch
geburtsbedingte Überdehnungen oder um Narben nach Operationen
handelt.
Die Folgen sind gleich und äußern sich als Missempfindungen
oder Schmerzen beim Verkehr. Als sehr unangenehm wird weiterhin
unkontrollierter Abgang von Urin, Winden oder Kot empfunden.
Grundvoraussetzung für die Behandlung eines organisch bedingten
Sexualproblems ist eine gezielte und umfangreiche gynäkologische
Untersuchung, die nach den Ursachen des individuellen Problems
sucht. Dadurch können z.B. narbige Veränderungen, eine
zu weite Scheide, zerrissene oder erschlaffte Bänder als
Ursache erkannt und operativ korrigiert werden.
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Das Beckenboden-Training
Aufbauend auf dem Trampolin-Vergleich
haben wir spezielle Beckenboden-Übungen erarbeitet, mit
denen die wichtigen Beckenbodenmuskeln gestärkt werden
können. Grundvoraussetzung war, dass sich das Programm in den
normalen Tagesablauf einfügen lässt, ohne dass es zusätzliche
Zeit erfordert.
Dabei ist zu beachten, dass der Beckenboden zwei
verschiedene Muskelarten enthält,
die unerlässlich für die Blasen- und Darmkontrolle
sind:
Die sog. Skelettmuskulatur öffnet und verschließt Blase und Darm.
Sie lässt sich aktiv durch bewusstes An- und Entspannen stärken.
Sie besteht im Wesentlichen aus 3 Hauptmuskeln, die
nach vorne, hinten und unten ziehen.
Die andere Muskelart, die sog. glatte Muskulatur
sorgt für die notwendige
Elastizität im Becken- und Scheidenbereich. Sie hält die Genitalorgane
in normaler Position und kann willkürlich nicht bewegt werden. Zur Kräftigung
der glatten Muskelschicht ist eine Reizstrombehandlung, eine sog. Elektrostimulation
zusätzlich notwendig. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine zusätzliche
Elektrostimulation zu einer verstärkten Durchblutung in den Gefäßen
führt. Das fördert die Kontraktionskraft der Muskeln und verbessert
die Energie- und Sauerstoffausnutzung in den Zellen. Dadurch ermüden die
Muskeln sehr viel später.
Für Frauen, die sich schlecht bewegen können,
reicht auch die alleinige Elektrotherapie aus.
Eine jüngst von unserer Arbeitsgruppe durchgeführte
wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass dieses
spezielle Training (bis zu 70%) die Beschwerden erheblich
verbessern kann.
Allerdings führt das Beckenbodentraining dann nicht zum Erfolg, wenn die
Bänder, die von den Muskel zu den Organen (Blase, Harnröhre, Scheide
und Darm) ziehen, zerstört sind. Auch wenn z.B. die Achillessehne gerissen
ist, kann man seinen Fuß nicht mehr nach hinten bewegen, obwohl die Muskeln
normal funktionieren. Auch im Beckenboden muss die Verbindung zwischen Muskeln
und den Organen (Blase und Darm) wieder hergestellt werden, damit sie normal
geöffnet und verschlossen werden können.
mehr über
das Beckenboden-Training
finden Sie in unserem Bestellbereich >
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Abb. 4
Wenn die Bandverbindung zerstört ist, können
die Muskeln die Scheidenwand nicht spannen.

Abb. 5
In diesen Fällen muss die Scheidenwand über ein Band mit
den Muskeln verbunden werden.
Weniger Schmerz durch minimal-invasive Chirurgie
Wenn diese speziellen Trainingsprogramme
nicht ausreichen, bringt ein operativer Eingriff in den allermeisten
Fällen
den gewünschten Erfolg.
Operation
Aufbauend auf den aktuellen Erkenntnissen
der Beckenbodenfunktion bieten wir neue, wenig belastende und
kaum schmerzhafte Operationen an, die unter den Begriff der
minimal-invasiven Chirurgie fallen. Durch spezielle Untersuchungen
können
wir vielen Patientinnen den zu erwartenden Erfolg oft schon
vor der Operation zeigen.
Die Gebärmutter muss keinesfalls immer entfernt werden, wie heute noch viele Ärzte
glauben. Eine Gebärmutter-Entfernung führt eher zu Blasenproblemen
im späteren Leben, wie neuere wissenschaftliche Arbeiten zeigen. Es ist
ebenfalls weiterhin möglich, ein Kind zu bekommen. Wir
empfehlen dann einen Kaiserschnitt.
Worin besteht der Unterschied zu herkömmlichen
Operationen?
Der Grund, warum die nach wie vor in Europa und den meisten
Teilen der Welt angewandten Operationen oft zu schlechten
Ergebnissen führen liegt darin, dass sie ungenau
sind. Die Scheidenwand wird angehoben und überschüssige Haut entfernt.
Dadurch gerät die vorgeschädigte Haut frühzeitig unter Spannung
und die Nähte können ausreißen.
Die geringe Gewebespannung und das erneute Nachgeben der überstreckten Wand
führt oft nur zu einer kurzen Besserung, in vielen Fällen sogar zur
Verschlechterung der Beschwerden. Die Operationen werden zumeist von großen
Schnitten, oft vom Bauch aus, vorgenommen, so dass große Wundflächen
mit nachfolgenden Schmerzen entstehen. In der Regel ist ein längerer Krankenhausaufenthalt
und ein Blasenkatheter für viele Tage nicht zu vermeiden.
Unsere Methode baut auf dem neuen Verständnis auf, wie der Beckenboden arbeitet,
wenn er normal funktioniert. Da oft nur wenige Millimeter über Erfolg und
Misserfolg entscheiden, operieren wir durch eine Vergrößerungslinse
bzw. ein Operationsmikroskop. Haut oder zuviel Gewebe wird nicht mehr entfernt,
sondern wiederverwendet und spannungsfrei elastisch in Schichten übereinandergelegt.
Bänder, die überdehnt sind und nicht mehr funktionieren, werden erneuert
und wieder in die Muskeln eingesetzt, die den Beckenboden spannen. Dieses ist
erst dadurch möglich geworden, dass wir Instrumente entwickelt haben, mit
denen sich die Bänder an jede gewünschte Stelle im Beckenboden bringen
lassen. Das Innovative der von mir verwendeten neuartigen Bänder besteht
darin, dass der Körper angeregt wird, Bindegewebe und elastische Fasern
in das Netzgewebe einsprießen zu lassen. Dadurch wirken diese Bänder
wie gesunde, elastische, körpereigene Bänder.
Die Operationen werden vaginal in kleinen Schnitten durchgeführt und erfordern
höchste Genauigkeit. Die Bänder und Gewebestrukturen müssen sorgfältig
freipräpariert und gespannt werden. Dadurch, dass gewebeschonend in einem
Bereich operiert wird, der kaum Nerven enthält, vermeidet man Schmerzen
nach der Operation und ein Ausreißen der Nähte, was früher zu
schlechten Ergebnissen führte.
Eine Scheidentamponade oder einen Dauerkatheter sind nicht oder nur für
kurze Zeit notwendig.
Die Vorteile der neuen Techniken:
Hohe, bisher nicht erreichte Heilungsraten,
geringe Schmerzen,
kleine Wunden,
kurzer Krankenhausaufenthalt,
schnelle Rückkehr ins Alltagsleben
die Operation kann auch bei Patientinnen mit hohem Alter durchgeführt
werden.
Chirurgisches Vorgehen bei Schäden
in der vorderen Becken-Zone
Wenn der Bandapparat in der vorderen
Zone geschädigt ist, können die hier ansetzenden Muskeln
die Harnröhre, teilweise auch den Darm nicht mehr ausreichend
verschließen. Das führt zum unkontrollierten Urin-
und Stuhlabgang.
In diesen Fällen muss das geschädigte Band durch ein künstliches
ersetzt werden. Ein 8mm breites Kunststoffband wird mit 1 oder 2 kleinen Schnitten
von der Scheide aus unter die Harnröhre gelegt und hinter dem Schambein
(Abb.6) oder in der Leiste (Abb.7) nach außen geführt. Es wird so
kurz abgeschnitten, dass es etwas zurückgleitet und unter der Haut einheilt.
Das künstliche Band wird nicht festgenäht. Es
verursacht keine Schmerzen.
Abb. 6
Kunststoffband unter der Harnröhre, das durch
die Bauchdecke oberhalb des Schambeins herausgeleitet wurde.
Hierbei kann es in seltenen Fällen zu einer Verletzung von
Blase und größeren Gefäßen kommen:
Abb.7
Kunststoffband unter der Harnröhre, das seitlich im
Bereich der Leiste herausgeleitet wurde. Hierbei kann es ebenfalls
in seltenen Fällen zu einer Verletzung von größeren
Gefäßen kommen.
Seit kurzem verwenden wir eine Methode, mit der wir das Band
im Gewebe unter dem Schambein fixieren und das Band nicht mehr
nach außen bringen müssen (Abb.8). Dadurch ist eine
Verletzung von Blase und Gefäßen nahezu ausgeschlossen.
Abb. 8
Kunststoffband unter der Harnröhre,
das direkt im Gewebe unter dem Schambein verankert wird. Eine
Verletzung von Blase und Gefäßen ist damit nahezu
unmöglich.
In das Band wächst innerhalb von drei Monaten Bindegewebe
ein. Auf diese Weise macht das einwachsende köpereigene
Gewebe aus dem künstlichen Band ein körpereigenes,
elastisches Band. Dadurch kann die Beckenbodenmuskulatur wieder
normal auf die Scheide und die Harnröhre einwirken.
Chirurgisches Vorgehen bei Schäden in
der mittleren Becken-Zone
In der mittleren Zone ist die vordere Scheidenwand beiderseits
seitlich an einem Band befestigt: wie ein Tuch, das an zwei Wäscheleinen
aufgehängt ist. Auf diesem Tuch sitzt die Blase. Wenn das
Tuch in der Mitte nachgibt, sinken Scheidenwand und Blasenboden
nach unten, was zu ständigem Harndrang, Inkontinenz und Blasenentleerungsstörungen
führt.

Abb. 9
Ausstülpung der vorderen Scheidenwand
und der Blase nach unten = sog. Zystozele.
Mit herkömmlichen Operationen ist dieser Defekt schwer zu
korrigieren. In ca. einem Drittel kommt es zum Rezidiv, da das
schwache Gewebe wieder nachgibt. Wir verstärken daher die
Scheidenwand mit Kunststoffbändern oder –netzen. Überschüssiges
Gewebe wird nicht weggeschnitten, sondern wieder verwendet, in
Schichten übereinandergelegt und dadurch das Gewebe
verstärkt.

Abb. 10
Verstärkung der vorderen Scheidenwand und des Blasenbodens
durch ein Kunststoffband.

Abb. 11
Verstärkung der vorderen Scheidenwand und des Blasenbodens
durch ein Kunststoffnetz bei größeren Defekten.
Wenn die seitlichen Wäscheleinen nachgeben oder das Tuch
nicht mehr von der Wäscheleine gehalten wird, sinken vordere
Scheidenwand und Blase ebenfalls nach unten. Es treten gleiche
Beschwerden auf. Da dieser Defekt sich anatomisch von
dem o.g. unterscheidet, muss die Korrektur anderes erfolgen.
In diesen Fällen ist es notwendig, die seitlichen Bänder
zu erneuern und die Scheide wieder an der Seite aufzuhängen.
Auch dies gelingt nur mit Hilfe von Kunststoffbändern, da
ansonsten das Gewebe wieder nachgibt.

Abb. 12
seitlicher Schaden durch Nachgeben der Bandaufhängung

Abb. 13 und 14
Korrektur der seitlichen Scheidenaufhängung
durch Einbringen von Kunststoffbändern
Chirurgisches Vorgehen bei Schäden in
der hinteren Becken-Zone
Wenn der Bandapparat in der hinteren Zone geschädigt
ist, kommt es zu einer Senkung oder zum Vorfall der Gebärmutter
und der hinteren Scheidenwand. Wie bei einem Nabel- oder Leistenbruch
entsteht eine Bruchpforte, in die Blase und Darm hinein gelangen
können, was zu Blasenentleerungsproblemen, quälendem
Harndrang, Stuhlschmieren, aber auch zu erheblichen Schmerzen
im Unterleib, Rücken oder bei Sex führen kann. Die
Schmerzen entstehen dadurch, dass die Nerven, die in den hinteren
Bändern verlaufen, bei Druck nach unten gezerrt werden,
wenn das Gewebe nachgegeben hat.

Abb. 15
Ausstülpung des oberen Scheidenpols
nach außen. In die Bruchpforte gelangen die Blase und der
Darm
Abb. 16
Wenn die hinteren Bänder erschlafft sind,
können
sie nicht mehr die Nerven abfedern. Schmerzen im Rücken,
im Unterleib oder beim Sex sind die Folge
In diesen Fällen muss der hintere Bandapparat
durch ein Kunststoffband erneuert werden und zusätzlich
eine Verstärkung der Scheidenwände erfolgen, um den
Scheidengrund zu festigen und die Scheide zu strecken. Das eingelegte
künstliche Band verursacht kaum Schmerzen. Es wird nicht
festgenäht. Die Scheide und der Darm bekommen wieder ihre
natürliche Lage. Um das eingelegte Band bildet sich in den
folgenden zwei bis drei Monaten körpereigenes Gewebe. Dadurch
wirkt das künstliche Band letztlich wie ein
neues, körpereigenes Band. Nach der Einheilung des Bandes
kann das neue, natürliche Band wieder normal auf die Scheide
und den Darm einwirken.

Abb. 17
Kunststoffband im hinteren Scheidenbereich, das
die Scheide mit dem Muskel vereinigt, so dass die Scheide wieder
gestreckt werden kann.
a) Das Band kann nach außen geführt werden oder

b) im Muskelgewebe fixiert werden
Wenn die hintere Scheidenwand sehr schwach ist,
kann sie durch ein Netz verstärkt werden (Abb. 18)
Abb. 18
Netzverstärkte hintere Scheidenwand
Chirurgisches Vorgehen bei Senkung
oder Vorfall der Gebärmutter oder Scheide
Ein Tiefertreten der Gebärmutter oder der
Scheide bis zum Scheideneingang wird Senkung, eine Vorwölbung
nach außen
Vorfall genannt. Zur Senkung kommt es, wenn die Haltebänder
nachgeben und die Gebärmutter nicht mehr gegen die Schwerkraft
zurückhalten (Abb. 19, 20). Erschlaffen zusätzlich
auch die Scheidenwände, kann die Gebärmutter sich weiter
nach unten senken und mitsamt den Scheidenwänden nach außen
vorfallen = Vorfall .
Abb. 19
Schematische Darstellung der Gebärmutter-Haltebänder,
die im Normalfall eine Senkung verhindern (rote Pfeile).

Abb. 20
Eine Senkung entsteht, wenn die
Haltebänder erschlafft
sind.
Eine Lockerung oder Schädigung der Haltebänder
oder Scheidenwände tritt vor allem nach vaginalen Geburten,
mit fortschreitendem Alter, erbbedingt oder nach einer Gebärmutterentfernung
auf. Bei der Entfernung der Gebärmutter müssen
die sie ernährenden Gefäße unterbunden werden.
Diese Gefäße dienen aber auch als Hauptblutversorger
für die Haltebänder und Scheidenwände in
diesem Bereich. Nach Entfernung der Gebärmutter werden
Haltebänder und Scheidenwände nicht mehr ausreichend
mit Blut versorgt, das Gewebe erschlafft und gibt nach. Insofern
bietet der Erhalt der Gebärmutter den besten Schutz gegen
die Bildung einer Senkung bzw. eines Vorfalls und gegen nachfolgende,
dadurch bedingte Blasen- und Darmprobleme.
Bei Scheidensenkung/Vorfall mit oder ohne Gebärmutterentfernung
handelt es sich also um eine Ausstülpung oder einen
Bruch (Abb. 21).

Abb. 21
Scheidenvorfall mit Ausstülpung
der Blase und des Enddarms in die Vorwölbung (schwarze Pfeile).
Um operativ ein gutes Ergebnis zu erreichen,
müssen Scheidenwände
wie bei einem Leisten- oder Nabelbruch mit Netzstreifen verstärkt
werden (siehe unter Korrektur bei Schäden in der mittleren
und hinteren Beckenzone) . Weiterhin ist eine Korrektur der Haltebänder
und ein Verschluss der Bruchpforte erforderlich (Abb. 22).

Abb.
22
Normalisierte Anatomie nach Korrektur eines Scheidenvorfalls
mit einem Netz (dunkelblau). Das Netz ist über die Bruchpforte
ausgespannt und wird durch vordere und hintere Arme sowie durch
eine Naht am sog. Sacrospinalen Ligament gehalten.
Um eine abgesenkte oder vorgefallene Gebärmutter
(Abb. 23) wieder zu heben, muss sie zusätzlich mit einem
Kunststoffband (Abb. 24 a,b) oder speziellen Nähten (Abb.25)
wieder nach hinten oben gezogen und dort angeheftet werden.

Abb.
23
Schematische Darstellung einer Gebärmuttersenkung infolge
zerrissener Haltebänder.

Abb.
24 a
Durch eine operative Korrektur kann die Gebärmutter
mit einem um den Gebärmutterhals gelegten Kunststoffband
nach hinten oben gezogen und wieder aufgerichtet werden.

Abb. 24 b
Anatomische Situation der Beckenorgane
nach operativer Korrektur einer Gebärmuttersenkung
mit einem Kunststoffband.

Abb. 24c
Die Enden des Kunststoffbandes werden mit Nähten an den sog. sagrospinalen Ligamenten fixiert.

Abb. 25
Anatomische Situation der Gebärmutter im
kleinen Becken nach operativer Korrektur einer Gebärmuttersenkung
mit speziellen Nähten (dunkelblau), die an den sog. sacrospinalen
Ligamenten (gelb) fixiert sind.
Narbiger, starrer Blasenboden nach
vorausgegangenen Operationen – ein besonderes Problem:
Durch vorausgegangene Scheidenoperationen
können
am Blasenhals Narben entstanden sein, die verhindern, dass die
Harnröhre verschlossen werden kann. Die starre Harnröhre
reagiert dann wie eine Gießkanne. Im Liegen sammelt sich
der Urin in der Blase. Bei Aufstehen fließt reichlich Urin
ab.

Abb. 26
Wenn die Harnröhre wie bei einer
Gießkanne starr ist, sammelt sich der Urin im Liegen (linkes
Bild) und fließt beim Aufstehen unkontrolliert ab (rechtes
Bild)
Eine „tethered vagina“ geht
oft mit erheblichen Schmerzen beim Verkehr einher. Sie kann nicht
durch ein nochmaliges, weiteres Hochziehen der Harnblase
oder durch Einspritzen von Substanzen zur Narbenbildung
(Teflon, Mikroballons etc.) geheilt werden, was vielfach nach
wie vor praktiziert wird. Das verschlechtert die Situation weiter.
Ziel einer Operation muss es sein, die normale
Elastizität wieder herzustellen. Hierzu muss alles Narbengewebe
zwischen Harnröhre, Blasenhals und Scheidenhaut entfernt
werden. Nach Teflon- oder anderen Einspritzungen kann das sehr
schwierig sein, da das Gewebe oft sehr porös ist und keine
genauen Schichten mehr nachweisbar sind.
Zumeist liegt nach der Entfernung des Narbengewebes ein größerer
Scheidenhautdefekt vor. Diesen Defekt decken wir mit einem Haut-Muskel-Lappen
aus der Schamlippe.
Abb. 27
Deckung des Scheidenhautdefektes am Blasenhals
nach Entfernung der Narbe
mit einem Haut-Muskel-Lappen aus der Schamlippe
Der Operationserfolg liegt bei 80%. Er ist einerseits davon abhängig,
ob und wie ausgeprägt sich erneut eine Narbe bildet. Andererseits
kann es vorkommen, dass mit dem Narbengewebe auch der vordere
Bandapparat entfernt wurde. In diesem Fällen ist eine zweite
Operation notwendig, in der vorne ein Kunststoffband eingelegt
wird (s.o.)
Keine Gebärmutterentfernung
Wenn die Gebärmutter nicht erkrankt ist, ist eine Gebärmutterentfernung
bei einer korrigierenden Operation im Beckenbodenbereich keinesfalls
notwendig, sondern eher die Ausnahme. Sollte die Gebärmutter
erkrankt sein, werden wir diese mit entfernen.
Die Begründung, die Gebärmutter möglichst zu belassen,
ist einfach zu verstehen: Der Beckenboden der Frau ähnelt
der Kuppel einer Kathedrale. In der Mitte dieser Kuppel liegt die
Gebärmutter. Die Gebärmutter, zu der nahezu alle
Befestigungsbänder des Beckenbodens ziehen, ist zentral
im Beckenboden verankert und bildet den „Schlüsselstein“ der
Konstruktion. Hier laufen Nerven, Gefäße, Bindegewebe
und glatte Muskulatur zusammen.

Abb. 28
Wie der Stützstein in der Kuppel
einer Kathedrale stützt die
Gebärmutter den Beckenboden
Eine Kirchen-Kuppel kann nur dann ihre Form und Stabilität
behalten, wenn jeder einzelne Stein an der richtigen Stelle sitzt.
Wird ein Stein oder ein tragendes Teil entfernt, fällt die
Kuppel in sich zusammen. Wenn nun die komplizierte Architektur
des Beckenbodens durch die Entfernung der Gebärmutter verändert
wird, tritt hier eine vergleichbare Schwächung auf. Insofern
ist es also von großem Vorteil, die Gebärmutter zu
belassen. Bei einer Gebärmutterentfernung wird
nämlich der obere Scheidenteil geschwächt, so dass
Blase und Darm oft nicht mehr ausreichend unterstützt werden
können. Verkürzungen der Scheide bei einer Gebärmutterentfernung mit
Verlust von Scheidenhaut, Narbenbildung, veränderter Nervenversorgung
und Durchblutung werden dafür verantwortlich gemacht, dass
sexuelle Probleme nach einer Gebärmutterentfernung
häufiger vorkommen.
Abb. 29
Die Entfernung der Gebärmutter zerstört
die Gefäßversorgung und Festigkeit des Beckenbodens
Die Ergebnisse
Operationsergebnisse:
Es gibt für keine Operation eine
Erfolgsgarantie. Bei über 1400 von mir durchgeführten
Operationen liegt die Heilungsrate allerdings zwischen 80 – 92
Prozent, je nach Grad der Schädigung. Ein weiterer großer
Vorteil gegenüber herkömmlichen Operationen ist,
dass die Scheide nicht verkürzt wird, in normaler anatomischer
Lage verbleibt und nur kleine Narben entstehen.
Je nach Schweregrad der Defekte im Beckenboden- und Scheidenbereich muss man
teilweise zweizeitig vorgehen. Der Versuch, alle Defekte immer in einer Sitzung
zu beseitigen, hat sich nicht bewährt. Dieses kann zu Überkorrekturen
führen.
Zu Hause angekommen:
Die Operationsmethoden wurden so entwickelt,
dass die Patientinnen schnellstmöglich wieder in ihr gewohntes
Alltagsleben zurückkehren können. Normalerweise kann
die Patientin nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus sofort
wieder Autofahren, kochen, einkaufen, Kinder hüten und nach
wenigen Wochen wieder arbeiten.
Die Nachuntersuchung:
Am Entlassungstag sowie sechs bis acht Wochen
nach der Operation ist eine Nachuntersuchung bei uns oder dem einweisenden
Arzt notwendig. Bis zum kompletten Abheilen der Wunde vergehen
2 bis 3 Monate.
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Fragen und Antworten
- Welche Beschwerden können mit
dem Petros/Goeschen-Verfahren behandelt werden?
• Senkung und Vorfall der Gebärmutter und der Scheide
• Unkontrollierter Urinverlust bei körperlicher Belastung
• ständiger Harndrang
• häufiger Gang zur Toilette bei Tag
• häufiges Wasserlassen in der Nacht
• Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung
• Schmerzen tief im Becken während des Geschlechtsverkehrs oder andere,
undefinierbare Schmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich
oder im Kreuzbein- /Steißbeinbereich
• Stuhlinkontinenz und Stuhlentleerungsstörungen
- Wodurch unterscheidet sich die Petros/Goeschen-Methode
von anderen Untersuchungs- Methoden?
Traditionelle Untersuchungs-Methoden, wie z.B. die Blasendruckmessung,
können lediglich darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt.
Sie zeigen uns aber nicht, welcher Teil des Blasen-Beckenbodenbereichs
geschädigt ist. Bei dem von uns angewandten Petros/Goeschen-Verfahren
werden verschiedene Untersuchungsmethoden gezielt eingesetzt,
um entscheiden zu können, welcher Teil des Blasen- und Beckenbodenbereichs
die Probleme verursacht.
- Wodurch unterscheidet sich die "Schlüsselloch"-Operation
nach Petros/Goeschen von traditionellen Inkontinenzoperationen?
Bei der traditionellen Inkontinenz-Operation wird von einem Bauchschnitt
der Blasenhals angehoben. Schmerzen, ein Blasenkatheter für
mehrere Tage und ein Krankenhausaufenthalt von bis zu zwei Wochen
sind die Regel. Es dauert mindestens sechs Wochen, bis man zu
normalen Lebensbedingungen zurückkehren kann.
Dagegen ist bei Petros/Goeschen-Verfahren kein Bauchschnitt notwendig.
Mit dieser Technik können von der Scheide aus nicht nur
die Bänder im vorderen Bereich erneuert werden (wie das
z.B. beim TVT der Fall ist), sondern ebenfalls im mittleren und
hinteren. Das ist wichtig, da 80% der Patientinnen Kombinationsschäden
aufweisen. Und das erklärt weiterhin, warum andere Symptome,
wie ständiger Harndrang, häufiges Wasserlassen bei
Tag und Nacht, Blasenentleerungsstörungen, undefinierbare
Beckenbodenschmerzen, Stuhlinkontinenz und Darmentleerungsprobleme
geheilt werden können.
Die Eingriffe verursachen nach der Operation nur geringe Schmerzen,
erfordern nur für wenige Stunden einen Blasenkatheter und
nur selten eine Scheidentamponade. Nach der Entlassung aus dem
Krankenhaus können schnell wieder leichte Arbeiten wie z.B.
Einkaufen, Hausarbeit, Autofahren etc. verrichtet werden.
- Welche Ergebnisse sind mit der "Schlüsselloch"-Operation
zu erzielen?
Jüngste Ergebnisse des KVINNO Centre Australien sind im
International Journal of Urogynaecology und aus dem KVINNO Centre
Deutschland im "Frauenarzt" veröffentlicht. Dabei
wurden folgende Ergebnisse erreicht:
Symptome Verbesserung lt. Patientenangabe
Streßinkontinenz 88%
Dranginkontinenz 78%
häufiges Wasserlassen bei Tag 85%
häufiges nächtliches Wasserlassen 80%
ständiger Harndrang 80%
Blasenentleerungsstörungen 50%
Verbessserungsrate im Durchschnitt 77,8%
- Was geschieht, wenn ich eine Senkung oder einen Vorfall der Gebärmutter
und/oder Scheide habe? Worin unterscheidet sich die "Schlüsselloch"-Operation
nach Petros/Goeschen von einer traditionellen Senkungs-Operation?
Eine traditionelle Senkungs-Operation erfordert einen 10- bis
14-tägigen Krankenhausaufenthalt, das Legen eines Dauerkatheters,
häufig auch einer Scheidentamponade. Die Zeit nach der Operation
ist schmerzhaft. In aller Regel wird die Gebärmutter und überdehntes
Scheidengewebe mit entfernt, was zu einer narbigen oder engen
Scheide führen kann.
Dagegen ist bei dem "Petros/Goeschen-Verfahren" nur
für wenige Stunden ein Dauerkatheter und nur selten eine
Scheidentamponade erforderlich. Überdehntes Scheidengewebe
wird nicht mehr wie früher weggeschnitten, sondern in Schichten übereinandergelegt
und durch Kunststoffbänder oder Netze verstärkt. Dadurch
wird die normale Länge, Weite und Lage der Scheide
und die Funktion der Organe (Blase, Darm) wiederhergestellt.
Die Petros/Goeschen-Methode erfolgt blutarm mit kleinen Schnitten
von der Scheide aus. Sie ist schmerzarm, da sich in diesem Bereich
des Beckenbodens nur wenig Schmerzrezeptoren befinden. Die Patientinnen
können kurz nach der Operation wieder aufstehen und nach
wenigen Tagen wieder in ihr gewohntes Alltagsleben zurückkehren.
Der Krankenhausaufenthalt beträgt nur noch 5-7 Tage.
Die Gebärmutter wird in aller Regel nicht mit entfernt,
da sie wie der Grundpfeiler einer Brücke arbeitet. Ebenso
wie das Entfernen des Grundpfeilers eine Brücke zum Einsturz
bringt, kann die Entfernung der Gebärmutter einen Vorfall
der Scheidenwände hervorrufen.
- Hatte meine Operation keinen Erfolg, wenn die Beschwerden
wieder auftreten?
Nicht unbedingt. Die Bänder des Beckenbodens arbeiten wie
Stoßdämpfer. Wenn sie ersetzt werden, kann sich der
Bauchdruck auf andere Bereiche des Beckenbodens verlagern und
schwächen. Dadurch können neue, aber auch die alten
Beschwerden wieder auftreten.
- Was geschieht, wenn die Operation keinen Erfolg hat?
Da die Petros/Goeschen-Operationen wenig belastend sind und kein
Scheidengewebe entfernt wurde, kann die veränderte Anatomie
durch einen weiteren Eingriff normalisiert werden.
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