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Das Beckenbodentraining >
Weniger Schmerz - Die Vorteile unserer Technik >
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Einleitung | Problem

Jede 4. Frau in Deutschland leidet aufgrund von Blasen- und Beckenboden-Problemen unter ungewolltem Harnverlust, ständigem Harndrang am Tage und nachts, Blasenentleerungsstörungen, Kreuzschmerzen oder Darminkontinenz. Nicht nur ältere Frauen sind betroffen. Aktuelle Studien zeigen, dass jede dritte Frau nach der Entbindung über Blasenprobleme klagt, die sich nur teilweise normalisieren.

Neuste Untersuchungen zeigen, dass diese quälenden Beschwerden weitestgehend durch einen Gewebsschaden im Halte- und Stützapparat des Beckenbodens infolge von Geburten, Operationen oder zunehmendem Alter bedingt sind. Dieser Gewebeschaden wird von den betroffenen Frauen oft als Gebärmutter/Scheidensenkung oder als Vorfall empfunden.

 
 

Die logische Konsequenz daraus lautet: Wiederherstellen der Gewebefestigkeit beseitigt die Beschwerden und führt zur Normalisierung der Blasen- und Darmfunktion.

Die oben genannten Beschwerden führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Der Alltag wird zum Problem. Die Betroffenen ändern ihr Leben. Sie ziehen sich sozial zurück, trinken wenig, was Krankheiten durch „Austrocknen“ zur Folge hat, wie z.B. Nierensteine, Harnwegsentzündungen, Minderdurchblutung des Gehirns mit Nachlassen der Hirnleistung, Schlaganfall und Depression. Obwohl dieses Problem weit verbreitet ist, wird es nach wie vor als Tabu-Thema nahezu geheim gehalten.

Auch die Sexualität leidet. Schamgefühl, der Verlust von Intimität und die Angst, der Partner könnte die bestehenden Blasen/Darm-Probleme bemerken, werden für die Betroffenen ohne ärztliche Hilfe zu einem fast unüberwindlichen Hindernis. Aus einer inter­nationalen Befragung von Betroffenen weiß man zum Beispiel, dass 34 % der Befragten in Italien, 45 % in England und 60 % in Spanien aufgrund einer Blasenfunktionsstörung nicht mehr in einer sexuellen Partnerschaft leben.

Die Betroffenen erfahren wenig Hilfe.

Das liegt in erster Linie daran, dass den meisten Patientinnen bisher nicht geholfen werden konnte. Es standen kaum Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die dauerhaft den gewünschten Erfolg brachten. Die seit einigen Jahren angewendete TVT-Methode - das operative Einbringen eines Kunststoffbandes unter die Harnröhre - ist nur bei ca. 20% der Frauen die richtige Operation.

Im Gegensatz dazu berücksichtigt unser Petros/Goeschen-Verfahren Schäden im gesamten Beckenboden-Bereich, vorne, in der Mitte und hinten. Durch präzise Diagnostik und eine sehr umfassende Untersuchung werden die Strukturen, die geschädigt sind, präzise ermittelt. Die dann folgende Operation setzt genau an diesen Schwachstellen an. Geschädigte Bänder werden gestrafft, wenn nötig durch künstliche Bänder verstärkt, überschüssige Haut wird in Schichten übereinander gelegt und nicht weggeschnitten, Vernarbungen durch Voroperationen gelöst. Damit wird die ursprüngliche Elastizität und Funktion des Beckenbodens wieder hergestellt. Um diese Operationen durchführen zu können, mussten spezielle Instrumente entwickelt werden, mit denen wir an alle Stellen des Beckenbodens gelangen.

Die Operation erfolgt vaginal, fast unblutig mit sehr kleinen Schnitten. Diese Eingriffe sind schmerzarm, da sich in diesem Bereich des Beckenbodens keine Schmerzrezeptoren befinden. Die Patientinnen können kurz nach der OP wieder aufstehen und nach wenigen Tagen die Klinik verlassen.

Die Operationsmethoden wurden so entwickelt, dass die Patientinnen schnellstmöglich wieder in ihr gewohntes Alltagsleben zurückkehren können. Normalerweise kann die Patientin nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus sofort wieder Autofahren, kochen, einkaufen, Kinder hüten und nach wenigen Wochen wieder arbeiten.

Ziel unserer Operationen ist es, Frauen die unter Blasen- und Senkungsproblemen leiden, ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

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Die Beckenbodenmuskulatur und –bänder


Der Beckenboden der Frau besteht aus zahlreichen Muskel- und Bindegewebsschichten, Bändern, Gefäßen und Nerven. Dieser komplizierte Aufbau des Beckenbodens ist notwendig, damit er wichtige Aufgaben erfüllen kann:

Öffnung und Verschluss von Blase und Darm
Geburt
Sexualität
Schutz für die Bauchorgane

Selbst viele Ärzte haben bis heute nur ein unzureichendes Verständnis vom Beckenboden. Das liegt zum einen an dem nicht überschaubaren Zusammenwirken der zahlreichen Strukturen, vor allem aber an der fehlenden Kenntnis dessen, was sich abspielt.

Abb. 1
Becken der Frau mit Blase, Gebärmutter, Darm, Halte- und Stützbändern und Muskeln

 

 





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Wie funktioniert der Beckenboden?


Der Beckenboden arbeitet wie ein Trampolin, das aus einer Membran (Scheidenwände) und Federn (Bändern) besteht. Die Federn sind vorne, in der Mitte und hinten am Beckenknochen befestigt. Auf der Trampolinmembran ruht die Harnblase, die einem elastischen Gummiballon gleicht. Füllt sich die Harnblase mit Flüssigkeit, dann werden die Trampolinmembran und Federn zunehmend nach unten gedrückt.
Der Bereich der Blase, der von der Trampolinmembran getragen wird (Blasenboden), enthält Nervenendigungen, die durch Dehnung bei zunehmender Füllung gereizt werden. Die Signale werden dem Gehirn übermittelt, das auf diese Weise über die Füllung der Blase informiert wird. Ab einem bestimmten Füllungszustand gibt das Gehirn den Befehl zum Blaseentleeren. Ist es für die Patientin in dem Moment nicht möglich, ihre Blase zu entleeren, zieht die Beckenbodenmuskulatur das Trampolin mit Hilfe der Sprungfedern stramm. Der Blasenboden wird angehoben. Die Dehnung und damit die Reizung der Nervenendigungen nehmen ab und die Patientin hat nicht mehr den Drang, Wasserlassen zu müssen.

Dieser intelligente Mechanismus funktioniert nur dann, wenn alle Strukturen des Trampolins heil sind. Bei Überdehnung der Bänder oder der Membran, z.B. durch eine Geburt, oder bei zunehmendem Erschlaffen im Alter kann das Trampolin von den Beckenbodenmuskeln nicht mehr gespannt und damit der Blasenboden nicht mehr ausreichend angehoben werden. Membran oder Bänder hängen durch. Die Patientin verspürt schon bei geringer Blasenfüllung Harndrang gegen den sie nicht angehen kann.

Abb. 2
Normaler Beckenboden, der wie ein Trampolin arbeitet. Er besteht aus einer Membran (rote Matte), Sprungfedern vorne, Mitte und hinten (rote Bänder), die an einem Rahmen (Beckenknochen, schwarz) befestigt sind. Auf dem Beckenboden liegt die Blase (gelb). Am Blasenboden befinden sich Nerven (blaue Punkte), die bei Füllung der Blase (hellblau) gereizt werden.
 


Abb. 3
Wenn die Bänder oder die Membran überdehnt sind, ist das Trampolin nicht mehr funktionsfähig. Die Nerven am Blasenboden werden bereits bei geringer Füllung gereizt und signalisieren „ständigen Harndrang“.





Abhängig davon, an welcher Stelle das Trampolin am stärksten geschädigt ist, treten weitere Beschwerden auf:

Wenn das Gewebe vorne lose ist, kann die Harnröhre beim Husten, Niesen, Pressen, Laufen, Sport nicht mehr ausreichend verschlossen werden. Unkontrollierter Urinabgang (Einnässen) ist die Folge. Da die vorderen Bänder auch für den Darmverschluss von Bedeutung sind, können Schäden in diesem Bereich auch zu unkontrolliertem Abgang von Darminhalt führen.

Erschlafftes Gewebe in Beckenmitte geht oft mit häufigem Wasserlassen, ständigem Harndrang und Urinverlust vor Erreichen der Toilette einher.

Defektes Gewebe im hinteren Bereich ist eher mit Blasenentleerungsstörungen, nächtlichem Harndrang, Rücken- oder Unterleibsschmerzen  sowie einer Senkung der Gebärmutter oder Scheide  vergesellschaftet.

Das folgende Diagramm zeigt die Zusammenhänge zwischen den Beschwerden und dem Ort der Schädigung (vorne, in der Mitte, hinten)



Tabelle


Wenn man sich den komplizierten Aufbau der Beckenbodenarchitektur und des Zusammenspiels vor Augen hält, wird verständlich, dass ein Schaden an  einer Stelle vielschichtige Probleme hervorrufen kann. Nur über eine genaue, auf die einzelne Patientin zugeschnittene Diagnostik wird man den verursachenden Defekt  finden und gezielt behandeln können. Herkömmliche, auf dem alten Verständnis aufbauende Untersuchungsverfahren sind dafür nicht ausreichend geeignet.
Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mich von den neuartigen Behandlungsmöglichkeiten von Prof. Petros überzeugt habe, konnten auch wir den Patientinnen wenig Hoffnung auf einen langfristigen Erfolg machen. In intensiver Zusammenarbeit mit ihm habe ich die Methode weiter verfeinert und kann jetzt ein völlig neues, umfassendes Konzept zur Behandlung von Störungen im Blasen- und Beckenbodenbereich anbieten. Die Heilungsrate liegt je nach Art und Ausmaß der Schädigung bei 80 bis fast 100 Prozent.


Organisch bedingte Sexualprobleme

Sexualität ist für viele Menschen kein Thema, wenn sie funktioniert. Ist sie aber gestört, kann sie zu einem großen Problem werden. Ein solches Problem tritt häufig bei Senkungszuständen der Gebärmutter oder Scheide, nach Geburten, nach Unterleibsoperationen oder mit dem Älterwerden auf. Sexualität ist für viele Frauen ein Thema, über das sie weder mit ihrem Partner noch mit ihrer Frauenärztin oder mit ihrem Frauenarzt sprechen.
Viele Frauen sind daher erleichtert, wenn sie hören, dass sexuelle Probleme auch bei anderen vorkommen, und wenn sie von ihrem Frauenarzt erfahren, dass verschiedene organisch bedingte sexuelle Probleme unabhängig vom Alter lösbar sind. Mit zunehmender Lebenserwartung spielt die Sexualität auch in fortgeschrittenen Lebensphasen eine immer wichtigere Rolle. Diese Entwicklung wird sich weiter ausbreiten, weil zunehmend über Sexualität im Alter als ein natürliches Bedürfnis gesprochen wird (siehe z.B. den Film „Wolke 9“) und die Wissenschaft Möglichkeiten entwickelt hat, altersbedingte Potenzstörungen des Mannes durch Medikamente zu beheben (z.B. Viagra = sog. Blaue Pille).

Auch bei der Sexualität funktioniert der Beckenboden als Trampolin nur dann, wenn alle Struktu­ren intakt sind. Dabei spielt es für den Beckenbodenbereich keine Rolle, ob es sich um eine Senkung der Scheide oder Gebärmutter durch geburtsbedingte Überdehnungen oder um Narben nach Operationen handelt.
Die Folgen sind gleich und äußern sich als Missempfindungen oder Schmerzen beim Verkehr. Als sehr unangenehm wird weiterhin unkontrollierter Abgang von Urin, Winden oder Kot empfunden.
Grundvoraussetzung für die Behandlung eines organisch bedingten Sexualproblems ist eine gezielte und umfangreiche gynäkologische Untersuchung, die nach den Ursachen des individuellen Problems sucht. Dadurch können z.B. narbige Veränderungen, eine zu weite Scheide, zerrissene oder erschlaffte Bänder als Ursache erkannt und operativ korrigiert werden.

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Das Beckenboden-Training

Aufbauend auf dem Trampolin-Vergleich haben wir spezielle Beckenboden-Übun­gen erarbeitet, mit denen die  wichtigen Beckenbodenmuskeln gestärkt werden können. Grundvoraussetzung war, dass sich das Programm in den normalen Tagesablauf einfügen lässt, ohne dass es zusätzliche Zeit erfordert.

Dabei ist zu beachten, dass der Beckenboden zwei verschiedene Muskelarten enthält, die unerlässlich für die Blasen- und Darmkontrolle sind:

Die sog. Skelettmuskulatur öffnet und verschließt Blase und Darm. Sie lässt sich aktiv durch bewusstes An- und Entspannen stärken. Sie besteht im Wesentlichen aus 3 Hauptmuskeln, die nach vorne, hinten und unten ziehen.

Die andere Muskelart, die sog. glatte Muskulatur sorgt für die notwendige Elastizität im Becken- und Scheidenbereich. Sie hält die Genitalorgane in normaler Position und kann willkürlich nicht bewegt werden. Zur Kräftigung der glatten Muskelschicht ist eine Reizstrombehandlung, eine sog. Elektrostimulation zusätzlich notwendig. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine zusätzliche Elektrostimulation zu einer verstärkten Durchblutung in den Gefäßen führt. Das fördert die Kontraktionskraft der Muskeln und verbessert die Energie- und Sauerstoffausnutzung in den Zellen. Dadurch ermüden die Muskeln sehr viel später.

Für Frauen, die sich schlecht bewegen können, reicht auch die alleinige Elektrotherapie aus.

Eine jüngst von unserer Arbeitsgruppe durchgeführte wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass dieses spezielle Training (bis zu 70%) die Beschwerden erheblich verbessern kann.

Allerdings führt das Beckenbodentraining dann nicht zum Erfolg, wenn die Bänder, die von den Muskel zu den Organen (Blase, Harnröhre, Scheide und Darm) ziehen, zerstört sind. Auch wenn z.B. die Achillessehne gerissen ist, kann man seinen Fuß nicht mehr nach hinten bewegen, obwohl die Muskeln normal funktionieren. Auch im Beckenboden muss die Verbindung zwischen Muskeln und den Organen (Blase und Darm) wieder hergestellt werden, damit sie normal geöffnet und verschlossen werden können.


mehr über das Beckenboden-Training
finden Sie in unserem Bestellbereich >


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Abb. 4  
Wenn die Bandverbindung zerstört ist, können die Muskeln die Scheidenwand nicht spannen.







Abb. 5
In diesen Fällen muss die Scheidenwand über ein Band mit den Muskeln verbunden werden.






Weniger Schmerz durch minimal-invasive Chirurgie


Wenn diese speziellen Trainingsprogramme nicht ausreichen, bringt ein operativer Eingriff in den allermeisten Fällen den gewünschten Erfolg.

Operation

Aufbauend auf den aktuellen Erkenntnissen der Beckenbodenfunktion bieten wir neue, wenig belastende und kaum schmerzhafte Operationen an, die unter den Begriff der minimal-invasiven Chirurgie fallen. Durch spezielle Untersuchungen können wir vielen Patientinnen den zu erwartenden Erfolg oft schon vor der Operation zeigen.
 
Die Gebärmutter muss keinesfalls immer entfernt werden, wie heute noch viele Ärzte glauben. Eine Gebärmutter-Entfernung führt eher zu Blasenproblemen im späteren Leben, wie neuere wissenschaftliche Arbeiten zeigen. Es ist ebenfalls weiterhin möglich, ein Kind zu bekommen. Wir empfehlen dann einen Kaiserschnitt.

Worin besteht der Unterschied zu herkömmlichen Operationen?

Der Grund, warum die nach wie vor in Europa und den meisten Teilen der Welt angewandten Operationen oft zu schlechten Ergebnissen führen liegt darin, dass sie ungenau sind. Die Scheidenwand wird angehoben und überschüssige Haut entfernt. Dadurch gerät die vorgeschädigte Haut frühzeitig unter Spannung und die Nähte können ausreißen.
Die geringe Gewebespannung und das erneute Nachgeben der überstreckten Wand führt oft nur zu einer kurzen Besserung, in vielen Fällen sogar zur Verschlechterung der Beschwerden. Die Operationen werden zumeist von großen Schnitten, oft vom Bauch aus, vorgenommen, so dass große Wundflächen mit nachfolgenden Schmerzen entstehen. In der Regel ist ein längerer Krankenhausaufenthalt und ein Blasenkatheter für viele Tage nicht zu vermeiden.

Unsere Methode baut auf dem neuen Verständnis auf, wie der Beckenboden arbeitet, wenn er normal funktioniert. Da oft nur wenige Millimeter über Erfolg und Misserfolg entscheiden, operieren wir durch eine Vergrößerungslinse bzw. ein Operationsmikroskop. Haut oder zuviel Gewebe wird nicht mehr entfernt, sondern wiederverwendet und spannungsfrei elastisch in Schichten übereinandergelegt.
Bänder, die überdehnt sind und nicht mehr funktionieren, werden erneuert und wieder in die Muskeln eingesetzt, die den Beckenboden spannen. Dieses ist erst dadurch möglich geworden, dass wir Instrumente entwickelt haben, mit denen sich die Bänder an jede gewünschte Stelle im Beckenboden bringen lassen. Das Innovative der von mir verwendeten neuartigen Bänder besteht darin, dass der Körper angeregt wird, Bindegewebe und elastische Fasern in das Netzgewebe einsprießen zu lassen. Dadurch wirken diese Bänder wie gesunde, elastische, körpereigene Bänder.
 
Die Operationen werden vaginal in kleinen Schnitten durchgeführt und erfordern höchste Genauigkeit. Die Bänder und Gewebestrukturen müssen sorgfältig freipräpariert und gespannt werden. Dadurch, dass gewebeschonend in einem Bereich operiert wird, der kaum Nerven enthält, vermeidet man Schmerzen nach der Operation und ein Ausreißen der Nähte, was früher zu schlechten Ergebnissen führte.
 
Eine Scheidentamponade oder einen Dauerkatheter sind nicht oder nur für kurze Zeit notwendig.


Die Vorteile der neuen Techniken:

Hohe, bisher nicht erreichte Heilungsraten,
geringe Schmerzen,
kleine Wunden,
kurzer Krankenhausaufenthalt,
schnelle Rückkehr ins Alltagsleben
die Operation kann auch bei Patientinnen mit hohem Alter durchgeführt werden.



Chirurgisches Vorgehen bei Schäden
in der vorderen Becken-Zone

Wenn der Bandapparat in der vorderen Zone geschädigt ist, können die hier ansetzenden Muskeln die Harnröhre, teilweise auch den Darm nicht mehr ausreichend verschließen. Das führt zum unkontrollierten Urin- und Stuhlabgang.

In diesen Fällen muss das geschädigte Band durch ein künstliches ersetzt werden. Ein 8mm breites Kunststoffband wird mit 1 oder 2 kleinen Schnitten von der Scheide aus unter die Harnröhre gelegt und hinter dem Schambein (Abb.6) oder in der Leiste (Abb.7) nach außen geführt. Es wird so kurz abgeschnitten, dass es etwas zurückgleitet und unter der Haut einheilt. Das künstliche Band wird nicht festgenäht.  Es verursacht keine Schmerzen.


             


Abb. 6 
Kunststoffband unter der Harnröhre, das durch die Bauchdecke oberhalb des Schambeins herausgeleitet wurde. Hierbei kann es in seltenen Fällen zu einer Verletzung von Blase und größeren Gefäßen kommen:







Abb.7
Kunststoffband unter der Harnröhre, das seitlich im Bereich der Leiste herausgeleitet wurde. Hierbei kann es ebenfalls in seltenen Fällen zu einer Verletzung von größeren Gefäßen kommen.



Seit kurzem verwenden wir eine Methode, mit der wir das Band im Gewebe unter dem Schambein fixieren und das Band nicht mehr nach außen bringen müssen (Abb.8). Dadurch ist eine Verletzung von Blase und Gefäßen nahezu ausgeschlossen. 

 

Abb. 8  
Kunststoffband  unter der Harnröhre, das direkt im Gewebe unter dem Schambein verankert wird. Eine Verletzung von Blase und Gefäßen ist damit nahezu unmöglich.




In das Band wächst innerhalb von drei Monaten Bindegewebe ein. Auf diese Weise macht das einwachsende köpereigene Gewebe aus dem künstlichen Band ein körpereigenes, elastisches Band. Dadurch kann die Beckenbodenmuskulatur wieder normal auf die Scheide und die Harnröhre einwirken.


Chirurgisches Vorgehen bei Schäden in der mittleren Becken-Zone

In der mittleren Zone ist die vordere Scheidenwand beiderseits seitlich an einem Band befestigt: wie ein Tuch, das an zwei Wäscheleinen aufgehängt ist. Auf diesem Tuch sitzt die Blase. Wenn das Tuch in der Mitte nachgibt, sinken Scheidenwand und Blasenboden nach unten, was zu ständigem Harndrang, Inkontinenz und Blasenentleerungsstörungen führt.

Abb. 9
Ausstülpung der vorderen Scheidenwand und der Blase nach unten = sog. Zystozele.










Mit herkömmlichen Operationen ist dieser Defekt schwer zu korrigieren. In ca. einem Drittel kommt es zum Rezidiv, da das schwache Gewebe wieder nachgibt. Wir verstärken daher die Scheidenwand mit Kunststoffbändern oder –netzen. Überschüssiges Gewebe wird nicht weggeschnitten, sondern wieder verwendet, in Schichten übereinandergelegt  und dadurch das Gewebe verstärkt.







Abb. 10
Verstärkung der vorderen Scheidenwand und des Blasenbodens durch ein Kunststoffband.










Abb. 11
Verstärkung der vorderen Scheidenwand und des Blasenbodens durch ein Kunststoffnetz bei größeren Defekten.




Wenn die seitlichen Wäscheleinen nachgeben oder das Tuch nicht mehr von der Wäscheleine gehalten wird, sinken vordere Scheidenwand und Blase ebenfalls nach unten. Es treten gleiche Beschwerden auf.  Da dieser Defekt sich anatomisch von dem o.g. unterscheidet, muss die Korrektur anderes erfolgen. In diesen Fällen ist es notwendig, die seitlichen Bänder zu erneuern und die Scheide wieder an der Seite aufzuhängen. Auch dies gelingt nur mit Hilfe von Kunststoffbändern, da ansonsten das Gewebe wieder nachgibt.





Abb. 12
seitlicher Schaden durch Nachgeben der Bandaufhängung





Abb. 13 und 14
Korrektur der seitlichen Scheidenaufhängung durch Einbringen von Kunststoffbändern

Chirurgisches Vorgehen bei Schäden in
der hinteren Becken-Zone

Wenn der Bandapparat in der hinteren Zone geschädigt ist, kommt es zu einer Senkung oder zum Vorfall der Gebärmutter und der hinteren Scheidenwand. Wie bei einem Nabel- oder Leistenbruch entsteht eine Bruchpforte, in die Blase und Darm hinein gelangen können, was zu Blasenentleerungsproblemen,  quälendem Harndrang, Stuhlschmieren, aber auch zu erheblichen Schmerzen im Unterleib, Rücken oder bei Sex führen kann. Die Schmerzen entstehen dadurch, dass die Nerven, die in den hinteren Bändern verlaufen, bei Druck nach unten gezerrt werden, wenn das Gewebe nachgegeben hat.  

 

Abb. 15
Ausstülpung des oberen Scheidenpols nach außen. In die Bruchpforte gelangen die Blase und der Darm

 

 

 



Abb. 16
Wenn die hinteren Bänder erschlafft sind, können sie nicht mehr die Nerven abfedern. Schmerzen im Rücken, im Unterleib oder beim Sex sind die Folge

 

 

 

In diesen Fällen muss der hintere Bandapparat durch ein Kunststoffband erneuert werden und zusätzlich eine Verstärkung der Scheidenwände erfolgen, um den Scheidengrund zu festigen und die Scheide zu strecken. Das eingelegte künstliche Band verursacht kaum Schmerzen. Es wird nicht festgenäht. Die Scheide und der Darm bekommen wieder ihre natürliche Lage. Um das eingelegte Band bildet sich in den folgenden zwei bis drei Monaten körpereigenes Gewebe.  Dadurch wirkt das  künstliche Band letztlich  wie ein neues, körpereigenes Band. Nach der Einheilung des Bandes kann das neue, natürliche Band wieder normal auf die Scheide und den Darm einwirken.

 



Abb. 17
Kunststoffband  im hinteren Scheidenbereich, das die Scheide mit dem Muskel vereinigt, so dass die Scheide wieder gestreckt werden kann.
a) Das Band kann nach außen geführt werden oder








b) im Muskelgewebe fixiert werden

 

 

 

Wenn die hintere Scheidenwand sehr schwach ist, kann sie durch ein Netz verstärkt werden (Abb. 18)

 

Abb. 18
Netzverstärkte hintere Scheidenwand

 

 



Chirurgisches Vorgehen bei Senkung oder Vorfall der Gebärmutter oder Scheide

Ein Tiefertreten der Gebärmutter oder der Scheide bis zum Scheideneingang wird Senkung, eine Vorwölbung nach außen Vorfall genannt. Zur Senkung kommt es, wenn  die Haltebänder nachgeben und die Gebärmutter nicht mehr gegen die Schwerkraft zurückhalten (Abb. 19, 20). Erschlaffen zusätzlich auch die Scheidenwände, kann die Gebärmutter sich weiter nach unten senken und mitsamt den Scheidenwänden nach außen vorfallen = Vorfall .



Abb. 19
Schematische Darstellung der Gebärmutter-Haltebänder, die im Normalfall eine Senkung verhindern (rote Pfeile).





Abb. 20 
Eine Senkung entsteht, wenn die Haltebänder erschlafft sind.




Eine Lockerung oder Schädigung der Haltebänder oder Scheidenwände tritt vor allem nach vaginalen Geburten, mit fortschreitendem Alter, erbbedingt oder nach einer Gebärmutterentfernung auf. Bei der Entfernung  der Gebärmutter müssen die sie ernährenden Gefäße unterbunden werden. Diese Gefäße dienen aber auch  als Hauptblutversorger für die Haltebänder  und Scheidenwände in diesem Bereich. Nach Entfernung der Gebärmutter  werden Haltebänder und Scheidenwände nicht  mehr ausreichend mit Blut versorgt, das Gewebe erschlafft und gibt nach. Insofern bietet der Erhalt der Gebärmutter den besten Schutz gegen die Bildung einer Senkung bzw. eines Vorfalls und gegen nachfolgende, dadurch bedingte Blasen- und Darmprobleme.

Bei Scheidensenkung/Vorfall mit oder ohne Gebärmutterentfernung handelt es sich also um  eine Ausstülpung oder einen Bruch (Abb. 21).

Abb. 21 
Scheidenvorfall mit  Ausstülpung der Blase und des Enddarms in die Vorwölbung (schwarze Pfeile).













Um operativ ein gutes Ergebnis zu erreichen, müssen Scheidenwände wie bei einem Leisten- oder Nabelbruch mit Netzstreifen verstärkt werden (siehe unter Korrektur bei Schäden in der mittleren und hinteren Beckenzone) . Weiterhin ist eine Korrektur der Haltebänder und ein Verschluss der Bruchpforte erforderlich (Abb. 22).




Abb. 22  
Normalisierte Anatomie nach Korrektur eines Scheidenvorfalls mit einem Netz (dunkelblau). Das Netz ist über die Bruchpforte ausgespannt und wird durch vordere und hintere Arme sowie durch eine Naht am sog. Sacrospinalen Ligament gehalten.









Um eine abgesenkte oder vorgefallene Gebärmutter (Abb. 23) wieder zu heben, muss sie zusätzlich mit  einem Kunststoffband (Abb. 24 a,b) oder speziellen Nähten (Abb.25) wieder nach hinten oben gezogen und dort angeheftet werden.





Abb. 23
Schematische Darstellung einer Gebärmuttersenkung infolge zerrissener Haltebänder
.















Abb. 24 a 
Durch eine operative Korrektur kann die Gebärmutter mit einem um den Gebärmutterhals gelegten Kunststoffband nach hinten oben gezogen und wieder aufgerichtet werden.















Abb. 24 b
Anatomische Situation der Beckenorgane nach operativer Korrektur einer Gebärmuttersenkung mit einem Kunststoffband.

Legende




Abb. 24c
Die Enden des Kunststoffbandes werden mit Nähten an den sog. sagrospinalen Ligamenten fixiert.

 



Abb. 25
Anatomische Situation der Gebärmutter im kleinen Becken nach operativer Korrektur einer Gebärmuttersenkung mit speziellen Nähten (dunkelblau), die an den sog. sacrospinalen Ligamenten (gelb) fixiert sind
.




Narbiger, starrer Blasenboden nach vorausgegangenen Operationen – ein besonderes Problem:


Durch vorausgegangene Scheidenoperationen können am Blasenhals Narben entstanden sein, die verhindern, dass die Harnröhre verschlossen werden kann. Die starre Harnröhre reagiert dann wie eine Gießkanne. Im Liegen sammelt sich der Urin in der Blase. Bei Aufstehen fließt reichlich Urin ab.


 

Abb. 26
Wenn die Harnröhre wie bei einer Gießkanne starr ist, sammelt sich der Urin im Liegen (linkes Bild) und fließt beim Aufstehen unkontrolliert ab (rechtes Bild)

Eine „tethered vagina“ geht oft mit erheblichen Schmerzen beim Verkehr einher. Sie kann nicht durch ein nochmaliges, weiteres Hochziehen der Harn­blase oder durch Einspritzen von Substanzen  zur Narbenbildung (Teflon, Mikroballons etc.) geheilt werden, was vielfach nach wie vor praktiziert wird. Das verschlechtert die Situation weiter.

Ziel einer Operation muss es sein, die normale Elastizität wieder herzustellen. Hierzu muss alles Narbengewebe zwischen Harnröhre, Blasenhals und Scheid­enhaut entfernt werden. Nach Teflon- oder anderen Einspritzungen kann das sehr schwierig sein, da das Gewebe oft sehr porös ist und keine genauen Schichten mehr nachweisbar sind.
      
Zumeist liegt nach der Entfernung des Narbengewebes ein größerer Scheidenhautdefekt vor. Diesen Defekt decken wir mit einem Haut-Muskel-Lappen aus der Schamlippe.

 

 
Abb. 27  
Deckung des Scheidenhautdefektes am Blasenhals nach Entfernung der Narbe
mit einem Haut-Muskel-Lappen aus der Schamlippe

 


Der Operationserfolg liegt bei 80%. Er ist einerseits davon abhängig, ob und wie ausgeprägt sich erneut eine Narbe bildet. Andererseits kann es vorkommen, dass mit dem Narbengewebe auch der vordere Bandapparat entfernt wurde. In diesem Fällen ist eine zweite Operation notwendig, in der vorne ein Kunststoffband eingelegt wird (s.o.)


Keine Gebärmutterentfernung

Wenn die Gebärmutter nicht erkrankt ist, ist eine Gebärmutterentfernung bei einer korrigierenden Operation im Beckenbodenbereich keinesfalls notwendig, sondern eher die Ausnahme. Sollte die Gebärmutter erkrankt sein,  werden wir diese mit entfernen.

Die Begründung, die Gebärmutter möglichst zu belassen, ist einfach zu verstehen: Der Beckenboden der Frau  ähnelt der Kuppel einer Kathedrale. In der Mitte dieser Kuppel liegt  die Gebärmutter.  Die Gebärmutter, zu der nahezu alle Befestigungsbänder des Beckenbodens ziehen, ist zentral im Beckenboden verankert und bildet den „Schlüsselstein“ der Konstruktion. Hier laufen Nerven, Gefäße, Bin­degewebe und glatte Muskulatur zusammen.

 

Abb. 28
Wie der Stützstein in der Kuppel einer Kathedrale stützt die
Gebärmutter den Beckenboden

Eine Kirchen-Kuppel kann nur dann ihre Form und Stabilität behalten, wenn jeder einzelne Stein an der richtigen Stelle sitzt. Wird ein Stein oder ein tragendes Teil entfernt, fällt die Kuppel in sich zusammen. Wenn nun die komplizierte Architektur des Beckenbodens durch die Entfernung der Gebärmutter verändert wird, tritt hier eine vergleichbare Schwächung auf. Insofern ist es also von  großem  Vorteil,  die  Gebärmutter  zu belassen.  Bei einer  Gebärmutterentfernung wird nämlich der obere Scheidenteil geschwächt, so dass Blase und Darm oft nicht mehr ausreichend unterstützt werden können. Verkürzungen der Scheide bei  einer Gebärmutterentfernung  mit Verlust von Scheidenhaut, Narbenbildung, veränderter Nervenversorgung und Durchblutung werden dafür verantwortlich gemacht, dass sexuelle Probleme nach einer Gebärmutterent­fernung häufiger vorkommen.

 

Abb. 29
Die Entfernung der Gebärmutter zerstört die Gefäßversorgung und Festigkeit des Beckenbodens

 



Die Ergebnisse

Operationsergebnisse:
Es gibt für keine Operation eine Erfolgsgarantie. Bei über 1400 von mir durchgeführten Operationen liegt die Heilungsrate allerdings zwischen 80 – 92 Prozent, je nach Grad der Schädigung. Ein weiterer großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Operationen ist, dass die Scheide nicht verkürzt wird, in normaler anatomischer Lage verbleibt und nur kleine Narben entstehen.
Je nach Schweregrad der Defekte im Beckenboden- und Scheidenbereich muss man teilweise zweizeitig vorgehen. Der Versuch, alle Defekte immer in einer Sitzung zu beseitigen, hat sich nicht bewährt. Dieses kann zu Überkorrekturen führen.


Zu Hause angekommen:
Die Operationsmethoden wurden so entwickelt, dass die Patientinnen schnellstmöglich wieder in ihr gewohntes Alltagsleben zurückkehren können. Normalerweise kann die Patientin nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus sofort wieder Autofahren, kochen, einkaufen, Kinder hüten und nach wenigen Wochen wieder arbeiten.

Die Nachuntersuchung:
Am Entlassungstag sowie sechs bis acht Wochen nach der Operation ist eine Nachuntersuchung bei uns oder dem einweisenden Arzt notwendig. Bis zum kompletten Abheilen der Wunde vergehen 2 bis 3 Monate.

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Fragen und Antworten

- Welche Beschwerden können mit dem Petros/Goeschen-Verfahren behandelt werden?

• Senkung und Vorfall der Gebärmutter und der Scheide
• Unkontrollierter Urinverlust bei körperlicher Belastung
• ständiger Harndrang
• häufiger Gang zur Toilette bei Tag
• häufiges Wasserlassen in der Nacht
• Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung
• Schmerzen tief im Becken während des Geschlechtsverkehrs oder andere,   undefinierbare Schmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich oder im   Kreuzbein- /Steißbeinbereich
• Stuhlinkontinenz und Stuhlentleerungsstörungen

- Wodurch unterscheidet sich die Petros/Goeschen-Methode von anderen Untersuchungs- Methoden?

Traditionelle Untersuchungs-Methoden, wie z.B. die Blasendruckmessung, können lediglich darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt. Sie zeigen uns aber nicht, welcher Teil des Blasen-Beckenbodenbereichs geschädigt ist. Bei dem von uns angewandten Petros/Goeschen-Verfahren werden verschiedene Untersuchungsmethoden gezielt eingesetzt, um entscheiden zu können, welcher Teil des Blasen- und Beckenbodenbereichs die Probleme verursacht.


- Wodurch unterscheidet sich die "Schlüsselloch"-Operation nach Petros/Goeschen von traditionellen Inkontinenzoperationen?

Bei der traditionellen Inkontinenz-Operation wird von einem Bauchschnitt der Blasenhals angehoben. Schmerzen, ein Blasenkatheter für mehrere Tage und ein Krankenhausaufenthalt von bis zu zwei Wochen sind die Regel. Es dauert mindestens sechs Wochen, bis man zu normalen Lebensbedingungen zurückkehren kann.

Dagegen ist bei Petros/Goeschen-Verfahren kein Bauchschnitt notwendig. Mit dieser Technik können von der Scheide aus nicht nur die Bänder im vorderen Bereich erneuert werden (wie das z.B. beim TVT der Fall ist), sondern ebenfalls im mittleren und hinteren. Das ist wichtig, da 80% der Patientinnen Kombinationsschäden aufweisen. Und das erklärt weiterhin, warum andere Symptome, wie ständiger Harndrang, häufiges Wasserlassen bei Tag und Nacht, Blasenentleerungsstörungen, undefinierbare Beckenbodenschmerzen, Stuhlinkontinenz und Darmentleerungsprobleme geheilt werden können.

Die Eingriffe verursachen nach der Operation nur geringe Schmerzen, erfordern nur für wenige Stunden einen Blasenkatheter und nur selten eine Scheidentamponade. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus können schnell wieder leichte Arbeiten wie z.B. Einkaufen, Hausarbeit, Autofahren etc. verrichtet werden.


- Welche Ergebnisse sind mit der "Schlüsselloch"-Operation zu erzielen?

Jüngste Ergebnisse des KVINNO Centre Australien sind im International Journal of Urogynaecology und aus dem KVINNO Centre Deutschland im "Frauenarzt" veröffentlicht. Dabei wurden folgende Ergebnisse erreicht:

Symptome Verbesserung lt. Patientenangabe
Streßinkontinenz 88%
Dranginkontinenz 78%
häufiges Wasserlassen bei Tag 85%
häufiges nächtliches Wasserlassen 80%
ständiger Harndrang 80%
Blasenentleerungsstörungen 50%


Verbessserungsrate im Durchschnitt 77,8%


- Was geschieht, wenn ich eine Senkung oder einen Vorfall der Gebärmutter und/oder Scheide habe? Worin unterscheidet sich die "Schlüsselloch"-Operation nach Petros/Goeschen von einer traditionellen Senkungs-Operation?

Eine traditionelle Senkungs-Operation erfordert einen 10- bis 14-tägigen Krankenhausaufenthalt, das Legen eines Dauerkatheters, häufig auch einer Scheidentamponade. Die Zeit nach der Operation ist schmerzhaft. In aller Regel wird die Gebärmutter und überdehntes Scheidengewebe mit entfernt, was zu einer narbigen oder engen Scheide führen kann.

Dagegen ist bei dem "Petros/Goeschen-Verfahren" nur für wenige Stunden ein Dauerkatheter und nur selten eine Scheidentamponade erforderlich. Überdehntes Scheidengewebe wird nicht mehr wie früher weggeschnitten, sondern in Schichten übereinandergelegt und durch Kunststoffbänder oder Netze verstärkt. Dadurch wird die normale Länge,  Weite und Lage der Scheide und die Funktion der Organe (Blase, Darm) wiederhergestellt. Die Petros/Goeschen-Methode erfolgt blutarm mit kleinen Schnitten von der Scheide aus. Sie ist schmerzarm, da sich in diesem Bereich des Beckenbodens nur wenig Schmerzrezeptoren befinden. Die Patientinnen können kurz nach der Operation wieder aufstehen und nach wenigen Tagen wieder in ihr gewohntes Alltagsleben zurückkehren. Der Krankenhausaufenthalt beträgt nur noch 5-7 Tage.

Die Gebärmutter wird in aller Regel nicht mit entfernt, da sie wie der Grundpfeiler einer Brücke arbeitet. Ebenso wie das Entfernen des Grundpfeilers eine Brücke zum Einsturz bringt, kann die Entfernung der Gebärmutter einen Vorfall der Scheidenwände hervorrufen.


- Hatte meine Operation keinen Erfolg, wenn die Beschwerden wieder auftreten?

Nicht unbedingt. Die Bänder des Beckenbodens arbeiten wie Stoßdämpfer. Wenn sie ersetzt werden, kann sich der Bauchdruck auf andere Bereiche des Beckenbodens verlagern und schwächen. Dadurch können neue, aber auch die alten Beschwerden wieder auftreten.


- Was geschieht, wenn die Operation keinen Erfolg hat?

Da die Petros/Goeschen-Operationen wenig belastend sind und kein Scheidengewebe entfernt wurde, kann die veränderte Anatomie durch einen weiteren Eingriff normalisiert werden.

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